Falsches Motoröl beim kleinen Service? (1.6 T-GDI 160 PS) – Total Quartz Mopar statt Shell Helix

  • Um das Ganze wieder auf den Ursprung zu drehen: Lt. Blick ins Hyundai-Serviceheft(!) gibt es Vorschriften zur Spezifikation, nicht aber zur ausschließlichen Verwendung bestimmter Marken. Vielmehr steht dort lesbar: Hyundai "empfiehlt" Shell. Das wars auch schon. Womit bei Einhaltung der nachgewiesenen Spezifikation es völlig unerheblich ist, ob der Ölhersteller durch Hyundai eine teuer bezahlte "Freigabe" erwirkt hat und damit wirbt oder ob es der von Hyundai geforderten Norm "entspricht". Eine Freigabe ist keine Ausschließlichkeit, sondern die Garantie hängt von der verlangten Norm ab. Rechtsgültig ist beides, womit der angesprochene Hyundai-Händler des OT vorschriftskonform eingefüllt hat. Alles also nur "heißer Dampf" für nichts. 😁

    Hyundai Tucson Nx4e Select, T-GDI, 150 PS, Schaltung, Design-Paket, Engine Red.

  • Hallo zusammen,

    kurzes Update von meiner Seite: Ich habe das Autohaus direkt angeschrieben, auf die fehlenden API SP / ILSAC GF-6A Spezifikationen hingewiesen und um eine schriftliche Stellungnahme bezüglich der Garantie gebeten.

    Die Antwort kam heute. Hier ist das Statement der Werkstatt:


    "vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre ausführliche Rückfrage. Gerne bestätigen wir Ihnen, dass das beim Service Ihres Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Mild-Hybrid verwendete Motoröl Total Quartz Mopar FPW01 0W-20 für den betreffenden Motor freigegeben ist und entsprechend den Herstellervorgaben verwendet werden kann. Die Verwendung dieses Motoröls steht somit den Hyundai-Garantiebedingungen nicht entgegen. Sie können daher davon ausgehen, dass der durchgeführte Service und die verwendete Ölqualität den entsprechenden Vorgaben entsprechen."


    Damit habe ich es jetzt immerhin schwarz auf weiß von der Vertragswerkstatt, dass dieses Öl die Hyundai-Garantie nicht gefährdet. Das beruhigt mich schon mal enorm, da ich im Ernstfall diesen schriftlichen Nachweis vorlegen kann.

    Trotzdem finde ich es nach wie vor interessant, dass ein klares "Stellantis-Öl" ohne die im Handbuch genannten API/ILSAC-Normen einfach so abgeknickt wird.

  • Es gibt kein "Stellantis-Öl". Sondern du hast ein Öl bekommen, das genau den Vorschriften von Hyundai entspricht. Alle 4 großen Ölhersteller verwenden die gleichen Additivpakete. Additivpakete bestehen aus etwa 5 verschiedenen Einzeladditiven, gesamtheitlich 15-20%. Jetzt kannst dir selbst ausrechnen, wie viel in Prozent ein Paket ausmacht. Lässt jetzt Stellantis für seine Motoren das Öl "optimieren", dann ist das im einstelligen Prozentbereich eines Einzeladditivs oder sie setzen eben noch etwas dazu, lassen aber garantiert nichts weg.

    Insofern für die Gesamtzusammensetzung marginal. Wichtig ist, dass die Öle der vorgeschriebenen Norm entsprechen und das tut es. Leider gibts hier oftmals von Laien viel Schaumschlägerei, weil man bürokratisch auf einem "i-Tüpferl" rumreitet, sich mit der eigentlichen Sache, die einen Werkstoffeinblick gibt, aber gar nicht erst beschäftigt. Kannst also beruhigt fahren. Das "freigegeben für.. " bei Ölaussagen kommt vom Öl(!)hersteller, der dafür bezahlt hat, nicht vom Autobauer. Wenn Öle die vorgeschriebene(!!) Norm erfüllen, darf er sie aus Wettbewerbsgründen (Behinderung des Wettbewerbs) gar nicht ausschließen. Somit geht jedes Öl, das die Norm aufgedruckt hat, egal ob "freigegeben für" oder "entspricht". Hättest dir jetzt in forumsgepuschter Überreaktion den Hyundai-Händler unnötig madig gemacht, könntest dir einen anderen suchen und die sind regional leider sehr rar.

    Hyundai Tucson Nx4e Select, T-GDI, 150 PS, Schaltung, Design-Paket, Engine Red.

  • Um jetzt hier ganz sicher zu gehen, würde ich mit diesem Statement auch noch mal bei Hyundai nachfragen. Es mag ja sein, dass es unbedenklich ist, aber das Risiko, später auf den Kosten für einen Motorschaden sitzen zu bleiben, würde ich persönlich nicht eingehen wollen.

    Hyundai Tucson 1.6T DCT AWD | Premium |White Sand | Sicherheitspaket | D-Modell | EZ 01/2016 (vFL) | 200 Tkm

    Full LED (Philips H7 LED im Fernlicht)

  • Mein Händler scheint alles richtig zu machen.

    Bei Service im Juni wurde dieses Öl eingefüllt… bzw. so steht es auf der Rechnung.


    IMG_8168.jpg

    Hyundai Tucson Facelift 2025 - N- Line / 1.6 T-GDI Vollhybrid / Frontantrieb / Automatik

    Vollausstattung bis auf Panoramadach und elektr. Schlüssel / noch keine AHK

    Sommerfelgen Dezent TV, 7,5x19 schwarz, Winterfelgen N-Line, 7,5x19. Beide Sätze mit 235/50 19

  • Das ist genau das richtige Öl mit Hyundai/Kia Empfehlung von Total 👍🏻


    Eine offizielle Inspektion hatte ich noch nicht. Aber einen Ölwechsel beim Autokauf. Ich schaue morgen mal auf meinen Öl-Anhänger im Motorraum. Bin gespannt was da drauf steht.

    Hyundai Tucson 1.6 T-GDI 48V 4WD DCT

    Modell 2025 / 160 PS / Trend / Abyss Black 😎

  • Um noch zum Schluß etwas Klärung ins Thema zu bringen, weil manche mit anderen Ölviskositäten wie z.B. 5W30 oder andere liebäugeln: 0W20 bringt, gerade bei Kurzstrecke(!), Direkteinspritzung und in Verbindung mit E10 das Risiko, dass durch erhöhten Ethanolanteil der Kraftstoff nicht völlig verbrannt wird, sondern eine Ölverdünnung des ohnehin schon dünnen 0W20 auftritt und bei starker Belastung im Extremstfall der Schmierfilm reißen könnte. 5W30 hätte indes deutlich mehr Reserven.

    Nach heute expliziter telefonischer Nachfrage bei Hyundai Deutschland erklärte mir der Ansprechpartner nach Durchsicht der Ölklassifizierungen, dass speziell während der Garantiezeit für Europa nur ausschließlich(!) das explizit ausgewiesene 0W20 die Hyundai-Garantie aufrecht erhält. Wechselt ein Händler auf Kundenwunsch auf 5W30, so kann es seitens des Herstellers im Schadensfall eine Öluntersuchung und somit eine Garantieablehnung geben, Händler hin oder her. Es zählt nur das was im Benutzerhandbuch für die EU freigegeben ist (5W30 wäre z.B. für Nordafrika ein erlaubtes Garantieöl) und das ist ausschließlich 0W20 mit SP gegen Frühzündung. Dies als Klärung auch, dass zwar von Ölherstellern(!) etliche Normen richtiger Weise freigegeben sind, nicht aber vom Fahrzeughersteller und somit Garantieabsagen provozieren kann. Außerhalb der Garantiezeit werde ich selbst aus genannten Gründen auf 5W30 wechseln.... Abhilfe gegen Ölverdünnung bei hohem Kurzstreckenbetrieb: Das Öl alle 10.000 km wechseln lassen und bei E5 bleiben. 😉

    Hyundai Tucson Nx4e Select, T-GDI, 150 PS, Schaltung, Design-Paket, Engine Red.

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  • Dein "Stellantis"-Öl ist ein auch für Hyundai zugelassenes Öl, der Unterschied liegt darin, dass Stellantis Zahnriemen in Öl laufen lässt, die sich in früheren Zeiten aufgelöst und das System verstopft hatten (eigentlich ein konstruktiver Wahnsinn). Durch spezielle Additive soll das künftig verhindert werden, es hat aber auf die Verwendung im Hyundai-Motor keinen Einfluß. Somit alles ok.

    Hyundai Tucson Nx4e Select, T-GDI, 150 PS, Schaltung, Design-Paket, Engine Red.

  • Um noch zum Schluß etwas Klärung ins Thema zu bringen, weil manche mit anderen Ölviskositäten wie z.B. 5W30 oder andere liebäugeln: 0W20 bringt, gerade bei Kurzstrecke(!), Direkteinspritzung und in Verbindung mit E10 das Risiko, dass durch erhöhten Ethanolanteil der Kraftstoff nicht völlig verbrannt wird,

    Kurzstrecken -Betrieb ist ja keine Erfindung der Neu- Zeit,

    Das gab es ja schon immer,

    Früher gab es da deutlich weniger Probleme.


    Meines Wissens,

    Wird seit ein paar Jahren immer häufiger, dass 0W 20 eingesetzt,

    Auch ideal für Hybridautos.

    Der einzige Grund, was ich kenne, ist, dass hier theoretisch oder im Labor Kraftstoff gespart wird,

    Und somit auch der CO2 Ausstoß verringert wird damit die EU Vorgaben eingehalten werden können.


    Die Autohersteller nutzen 0W-20 Öl nicht freiwillig für alle neuen Autos. Sie werden von den strengen EU-Gesetzen dazu gezwungen.
    Wenn ein Hersteller die Grenzwerte für den CO2-Ausstoß seiner Neuwagen-Flotte überschreitet, drohen ihm Strafzahlungen in Millionenhöhe.

    Der Druck durch die EU-Flottenzentwerte
    Die Europäische Union legt genau fest, wie viel CO2 die verkauften Autos eines Herstellers im Durchschnitt pro Kilometer ausstoßen dürfen.

    • Strenge Grenzwerte: Diese Werte werden von der EU fast jedes Jahr weiter abgesenkt.
    • Teure Strafen: Jedes Gramm CO2 über dem Limit kostet den Hersteller 95 Euro – und das pro verkauftem Auto. Bei Hunderttausenden Autos geht es sofort um riesige Summen.

    Warum das Öl dabei hilft
    Die Hersteller drehen an jeder noch so kleinen Schraube, um den Verbrauch zu senken. Das Motoröl ist dabei ein einfacher und günstiger Trick:

    • Die 1-Prozent-Regel: Dünnes 0W-20 Öl mindert die Reibung im Motor so stark, dass das Auto etwa 1 bis 2 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht als mit einem dickeren 5W-30 Öl.
    • Weniger Sprit = weniger CO2: Da der CO2-Ausstoß direkt an den Spritverbrauch gekoppelt ist, sinkt auch der CO2-Wert auf dem Papier.
    • Prüfstand-Optimierung: Bei den offiziellen Abgastests der EU (dem sogenannten WLTP-Verfahren) zählt jedes Gramm. Das dünne Öl sorgt genau dort für die Bestwerte, die der Hersteller für die Zulassung braucht.

    Zusammengefasst: Ohne extrem dünnflüssige Öle wie 0W-20 (oder mittlerweile sogar 0W-16 und 0W-8) könnten die Autobauer die gesetzlichen EU-Umweltauflagen für Verbrennungsmotoren überhaupt nicht mehr erfüllen.

    Seit 10. Mai 2024 TUCSON N-Line MHEV 180 PS Allrad, Bj. Nov. 23 in Serenity Weiß!

    Wer früher bremst, wird länger gesehen :thumbsup:

  • Genau so ist es. Flottennorm durch EU-Druck kontra Langlebigkeit... Übel, aber innerhalb der Garantie leider nicht vermeidbar. 🤷😢

    Hyundai Tucson Nx4e Select, T-GDI, 150 PS, Schaltung, Design-Paket, Engine Red.

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