Einer der Haupteinsatzzwecke von Wasserstoff ist gar nicht beim PKW. Richtig spannend wird es bei LKW und Bussen. Wenn der Wasserstoffantrieb möglichst effizient arbeiten soll bietet sich an die komplette Einheit aus Pufferbatterie, Antriebsmotoren, Rekuperation, Brennstoffzelle auf die Antriegsachse zu vereinen.
Teuer ist die Herstellung der Membrane für die Brennstoffzelle. Hier steht es aber kurz vorm Durchbruch eine Fertigungstechnik zu haben, die eine manuelle Herstellung der Membrane überflüssig macht.
Stationäre Brennstoffzellen würden dadurch auch bezahlbarer. Mit überschüssiger Solar- und Windenergie ließe sich Wasserstoff herstellen, der wenn benötoigt via Brennstoffzelle wieder Strom herstellt. In der Industrie will man auch auf Wasserstoff als Energiequelle setzen, denn so ließe sich der Co-2-Ausstoss bei der Produktion um bis zu 90% senken.
Ach es interessiert bald schon wie klimafreundlich ein Auto in der Herstellung war. Ist Wasserstoff erst mal Energiequelle für die Produktion werden Hersteller an dieser Stelle in den Marketingvorteil einsteigen. In den Siebzigern und Achtzigern fuhr VW gegen Mercedes eine Marketingwelle, dass ein VW umweltfreundlicher hergestellt sein, während Mercedes damit prahlte, dass der Innenraum eines Benz fast gänzlich wieder recyelt werden kann.
Da ging es nicht um Co2 sondern um Umweltverschmutzung allgemein und damals hat das die Käufer plötzlich interessiert.
Erst gab es da paar Jahre lang fast schon Verhöhung dieser Leute durch die Hersteller (wie sich das immer widerholt..) und als es dann politisch gewollt war und das Bundesverkehrsministerium die Tür zugeschlagen hatte...da überschlugen sich die Hersteller darin sich gegenseitig beim sauberen Automobilbau zu übertrumpfen.
Sicherheit der Insassen, Umweltfreundlichkeit und Verbrauchssenkung waren in dieser Zeit Dauerthemen in den Autohäusern.
Das legte sich wieder, wie wir wissen. Aber der Hang zum Diesel fußt auf diese Zeit des ersten Umbruchs. Oder auch Fahrzeuge wie der Audi A2 (den ich ich seit 17 Jahren im Bestand habe und der klaglos läuft, nie rostet und sehr wenig verbraucht).
Wasserstoff hat deswegen hohes Potential, weil man klimafreundlich unterwegs sein kann ohne Verlust an Fahrfreude. Gute Reichweiten, schnelles Tanken, saubere Luft und geringer Ressourcenverbrauch bei seltenen Erden.
Ein E-Auto hat es da schon schwerer. Wohl dem, der es zu Haus laden kann. Alle anderen müssten auf öffentliche Ladeinfrastruktur zurück greifen und da liegt ein zentrales Problem.
200 Meter von mir entfernt könnte ich laden. Aber: die Säulen sind seit Monaten kaputt und wenn die mal funktionieren, dann werden sie belegt. Pro Säule (sind 2) ein Auto, das dann den ganzen Tag am Kabel hängt, längst voll geladen ist, dessen Besitzer/in aber bis Abends den Parkplatz nicht freigeben will...
Selbst wenn die reinen Batterie-Autos effizienter und noch sauberer wären als Wasserstoff-Fahrzeuge - das "human-probleme" in form mangelhafter Solidarität mit dem potentiellen nächsten Strombedürftigen macht die Sache zur Wackelnummer.