Beiträge von Tucson-Toni

    Um noch zum Schluß etwas Klärung ins Thema zu bringen, weil manche mit anderen Ölviskositäten wie z.B. 5W30 oder andere liebäugeln: 0W20 bringt, gerade bei Kurzstrecke(!), Direkteinspritzung und in Verbindung mit E10 das Risiko, dass durch erhöhten Ethanolanteil der Kraftstoff nicht völlig verbrannt wird, sondern eine Ölverdünnung des ohnehin schon dünnen 0W20 auftritt und bei starker Belastung im Extremstfall der Schmierfilm reißen könnte. 5W30 hätte indes deutlich mehr Reserven.

    Nach heute expliziter telefonischer Nachfrage bei Hyundai Deutschland erklärte mir der Ansprechpartner nach Durchsicht der Ölklassifizierungen, dass speziell während der Garantiezeit für Europa nur ausschließlich(!) das explizit ausgewiesene 0W20 die Hyundai-Garantie aufrecht erhält. Wechselt ein Händler auf Kundenwunsch auf 5W30, so kann es seitens des Herstellers im Schadensfall eine Öluntersuchung und somit eine Garantieablehnung geben, Händler hin oder her. Es zählt nur das was im Benutzerhandbuch für die EU freigegeben ist (5W30 wäre z.B. für Nordafrika ein erlaubtes Garantieöl) und das ist ausschließlich 0W20 mit SP gegen Frühzündung. Dies als Klärung auch, dass zwar von Ölherstellern(!) etliche Normen richtiger Weise freigegeben sind, nicht aber vom Fahrzeughersteller und somit Garantieabsagen provozieren kann. Außerhalb der Garantiezeit werde ich selbst aus genannten Gründen auf 5W30 wechseln.... Abhilfe gegen Ölverdünnung bei hohem Kurzstreckenbetrieb: Das Öl alle 10.000 km wechseln lassen und bei E5 bleiben. 😉

    Es gibt kein "Stellantis-Öl". Sondern du hast ein Öl bekommen, das genau den Vorschriften von Hyundai entspricht. Alle 4 großen Ölhersteller verwenden die gleichen Additivpakete. Additivpakete bestehen aus etwa 5 verschiedenen Einzeladditiven, gesamtheitlich 15-20%. Jetzt kannst dir selbst ausrechnen, wie viel in Prozent ein Paket ausmacht. Lässt jetzt Stellantis für seine Motoren das Öl "optimieren", dann ist das im einstelligen Prozentbereich eines Einzeladditivs oder sie setzen eben noch etwas dazu, lassen aber garantiert nichts weg.

    Insofern für die Gesamtzusammensetzung marginal. Wichtig ist, dass die Öle der vorgeschriebenen Norm entsprechen und das tut es. Leider gibts hier oftmals von Laien viel Schaumschlägerei, weil man bürokratisch auf einem "i-Tüpferl" rumreitet, sich mit der eigentlichen Sache, die einen Werkstoffeinblick gibt, aber gar nicht erst beschäftigt. Kannst also beruhigt fahren. Das "freigegeben für.. " bei Ölaussagen kommt vom Öl(!)hersteller, der dafür bezahlt hat, nicht vom Autobauer. Wenn Öle die vorgeschriebene(!!) Norm erfüllen, darf er sie aus Wettbewerbsgründen (Behinderung des Wettbewerbs) gar nicht ausschließen. Somit geht jedes Öl, das die Norm aufgedruckt hat, egal ob "freigegeben für" oder "entspricht". Hättest dir jetzt in forumsgepuschter Überreaktion den Hyundai-Händler unnötig madig gemacht, könntest dir einen anderen suchen und die sind regional leider sehr rar.

    Um das Ganze wieder auf den Ursprung zu drehen: Lt. Blick ins Hyundai-Serviceheft(!) gibt es Vorschriften zur Spezifikation, nicht aber zur ausschließlichen Verwendung bestimmter Marken. Vielmehr steht dort lesbar: Hyundai "empfiehlt" Shell. Das wars auch schon. Womit bei Einhaltung der nachgewiesenen Spezifikation es völlig unerheblich ist, ob der Ölhersteller durch Hyundai eine teuer bezahlte "Freigabe" erwirkt hat und damit wirbt oder ob es der von Hyundai geforderten Norm "entspricht". Eine Freigabe ist keine Ausschließlichkeit, sondern die Garantie hängt von der verlangten Norm ab. Rechtsgültig ist beides, womit der angesprochene Hyundai-Händler des OT vorschriftskonform eingefüllt hat. Alles also nur "heißer Dampf" für nichts. 😁

    Wenn die Norm stimmt, kannst du bei keinem namhaften Hersteller etwas falsch machen, alles andere ist Marketing. Jeder Hersteller hat seine Forschung und jeder Hersteller unterliegt der Produzentenhaftung. Ein paar Additive da, ein paar dort machen aus einem guten Schmierstoff keine außergewöhnliche Rakete, ähnlich wie bei Sprit auch. Sie optimieren nur, stellen aber die grundsätzliche Norm-Qualität nicht in Frage. Selbst in der tribologischen Fachliteratur wurden Aufnahmen von völlig verkokten Ventilen zwischenzeitlich herausgenommen, weil es sie im Gegensatz zu den 50ern heutzutage in diesem Maße schlichtweg nicht mehr gibt. Alles halb so "wild", wie es einem die Werbung gerne verkaufen will. Und was die Haftung anbelangt: Die hat in diesem Fall der Vertragshändler, sonst niemand. Und bei den dargestellten Qualitätsgleichheiten der besprochenen Schmierstoffe bleibt es ein Theoretikum, das hier von Laien unnötig aufgeheizt wird. Wer sagt dir denn, dass auf einer Rechnung vom Vertragshändler mitvder Bezeichnung "Motorölwechsel, 4,8 Liter, 0W20, C5" oder C6 immer das Shell eingefüllt wird???? Das macht jeder nach seiner Bezugsquelle, Hauptsache die Norm stimmt, aber jeder Kunde ist anschließend "höchst zufrieden"! Die namhaften Hersteller nutzen bei C6 übrigens die gleichen Additivpakete der gleichen Zulieferer. 😉

    LSPI (ich denke als Profi solltest du wissen was gemeint ist) ist hier ein größeres Thema.

    Ich hatte vor Jahren einen Astra K, da wurde die Ölspezifikation sogar geändert um dem LSPI vorzubeugen, da es v.a. im 150PSer zu Frühzündungen gekommen ist und die Kolbenringe weggesprengt hat. Insofern kann falsches Öl einen Unterschied machen. Klar schmiert theoretisch auch Salatöl, die Hersteller werden sich mit der Freigabe aber was gedacht haben.

    Falsche Spezifikation beim Service würde ich nicht durchgehen lassen, ist doch nicht Cardassia 's Geld. Die Werkstatt muss es richten.

    Es gibt nur einen möglicherweise rechtlichen, aber keinen qualitativen Unterschied und fürs Rechtliche ist der Vertrags(!)händler gegenüber dem Fahrzeughersteller verantwortlich nicht der Kunde. Da es auch quasi keinen qualitativen Unterschied gibt, wirds auch kaum rechtliche Probleme durch Ausfälle geben, ansonsten hätte der Vertragshändler schon lange seine Cooperation verloren. Jeder Hersteller ist mit weiteren Ölherstellern "verheiratet", was aber nicht zwingend heißt, dass gleichwertiges Öl Probleme gibt. Die Ölbranche arbeitet mit 800% Gewinnspanne und darin liegt das eigentliche Thema zwischen "zugelassen für.." und "entspricht Norm..." und somit auch der Kundenendverkaufspreis. Der Vergleich mit "Salatöl" ist nicht passend, weil absolut jeder Hersteller für die Richtigkeit und Einhaltung der Spezifikationen über seine hausinternen Entwicklungslabors und Tribologen geradestehen muss.

    Ich verwende das,

    müsste eigentlich ganz gut passend von den Normen,


    IMG_4354.jpg

    Liqui Moly AA 0W-20 hat KEINE offizielle Hyundai Freigabe.


    Es ist nur eine "empfohlen/entspricht"-Aufzählung vom Hersteller.

    Was drauf steht: "Empfohlen für: Hyundai/Kia 0W-20"

    Was nicht drauf steht: "Freigegeben nach Hyundai MS XXXXX"

    **ACEA** C5

    **API** SP, RC

    Liqui Moly schreibt immer: `Empfohlen für Hyundai, Kia, Honda, Toyota...`

    Das ist eine "Hersteller-Empfehlung"!.


    Eine *offizielle Freigabe* wäre: `Hyundai MS-90034` oder ein Eintrag auf der Hyundai "Approved Oils" Liste. Die gibt es für AA 0W-20 nicht.


    Die 3 mit echter Hyundai Freigabe:


    1. Shell Helix Ultra ECT C5 0W-20* - Erstausrüster

    2. Total Quartz Ineo Long Life 0W-20 C5 - Freigegeben

    3. Mobil 1 ESP X2 0W-20 C5 - Freigegeben


    Technisch: Das Liqui Moly AA 0W-20 C5 passt 100%. Gleiche Viskosität, gleiche ACEA C5, gleicher LSPI Schutz. Motor merkt keinen Unterschied.


    Rechtlich/Garantie: Wenn ein Motorschaden auftritt UND Hyundai nachweist dass das Öl Schuld war, könnten sie meckern weil keine Freigabe draufsteht.

    In der Praxis passiert das bei C5 Öl aber fast nie. Du brauchst nur die Rechnung + Nachweis "ACEA C5 0W-20"


    Was sind die Unterschiede bei den Aussagen?

    1. Freigegeben für... bedeutet: Der Ölhersteller hat es speziell vom Autohersteller akkreditieren lassen. Ist der teuerste Weg, den viele Ölhersteller vermeiden, weil sich die Herstellerfreigabe erheblich auf den VK-Preis niederschlägt.

    2. Entspricht.... Das Öl entspricht den jeweiligen Anforderungen, wurde aber nicht teuer akkreditiert, deshalb günstiger im Verkauf, hier z.B. das LiquiMoly SpecialTec AA. Die Hersteller sind seriös, Haftung hat der Ölhersteller.

    3. Geeignet für mit Aufzählung der Marken: Heißt rein gar nichts. Es hat keine Herstellerzulassung des Automobilherstellers meist wird dafür auf Nr. 2 verwiesen. Wenn aber auch das fehlt, kanns ein Risiko sein. Diese Öle gibt es heutzutage kaum mehr im Handel, meist gilt Nr. 2.


    Ich selbst fahre einen Renault mit Herstellerempfehlung "Elf", er bekommt seit 14 Jahren Mannol, der Zweite seit 17 Jahren ebenso und beide laufen wie ein "Glockerl". 😉👍

    Für deinen *Tucson NX4 1.6 T-GDI* sind beide 0W-20 Öle gut. Der Unterschied liegt in der Freigabe und Additiven.


    ### *Direktvergleich 0W-20*

    **Shell Helix Ultra ECT C5 0W-20**

    *Werkfüllung Hyundai* **Total Quartz Ineo Long Life C5 0W-20** **Mopar MaxPro 0W-20 C6**

    **ACEA Norm** C5 C5 C6

    **API** SP, RC SP SP

    **Hersteller Freigabe** Hyundai/Kia Hyundai/Kia, VW 508/509 Chrysler MS-6395

    **SAPS** Low SAPS für DPF Low SAPS für DPF Low SAPS für DPF

    **LSPI Schutz** Sehr gut Sehr gut Noch besser durch C6

    **Kaltstart** Top bei -35°C Top bei -35°C Top bei -35°C

    **Spritverbrauch** Sehr niedrig Sehr niedrig Sehr niedrig

    ### *Die 3 wichtigsten Unterschiede:*


    #### *1. Norm: C5 vs C6*

    - *Shell + Total = C5*: Das schreibt Hyundai vor

    - *Mopar = C6*: Nachfolger von C5. Noch bessere Verschleißwerte + noch besserer Schutz gegen LSPI = Motorklopfen bei GDI Turbos

    - *Fazit*: C6 darf C5 ersetzen. Ist also sogar "besser"


    #### *2. Hersteller-Freigaben*

    - *Shell*: Ist Erstausrüster bei Hyundai. Steht so im Handbuch

    - *Total*: Hat auch Hyundai Freigabe + VW 508/509. Sehr weit verbreitet

    - *Mopar*: Hat nur Chrysler/Jeep Freigabe. Technisch aber identisch


    #### *3. Additivpaket*

    Alle 3 sind "Low SAPS" wegen DPF und GPF.

    Shell und Total setzen auf "PurePlus" bzw "Age Resistance" Technologie.

    Mopar setzt auf "Titanium Fluid Technology".

    Im Alltag merkst du 0 Unterschied.


    ### *Fazit für dich:*

    **Wenn dir wichtig ist** **Nimm**

    **Werksvorgabe + Garantie** **Shell Helix C5**

    **Preis-Leistung** **Total Quartz C5** - oft 5-10€ günstiger

    **Bester Schutz C6** **Mopar C6** - technisch 1 Stufe neuer

    *Alle 3 sind zu 100% kompatibel und mischbar.* Du kannst also auch beim nächsten Mal das günstigste von den 3 nehmen.


    Bei dir ist ja jetzt Mopar C6 drin. Das ist absolut okay und du musst nicht vorzeitig wechseln.

    Die Additive haben in diesem Fall aber rein gar nichts mit der Schmierfähigkeit und Motorsicherheit zu tun, sondern sie reduzieren (nicht verhindern wohlgemerkt) die Verkokung der Ventile und sollen einer Steuerkettenlängung vorbeugen, dies aber auch nur über einen sehr sehr langen Zeitraum. Dies nur als Info von mir als langjährigen Schmierstoffdistributor für Sonderschmierstoffe... 😉 Additivierung ist immer in extrem geringen Mengen, insofern, wenn das Öl C 6 erfüllt, ist das kein Weltuntergang. Da würde ich keinen Überaktionismus in Gang setzen.

    Ich würde das Motoröl definitiv von der Werkstatt die das verbockt hat auf die richtige Spezifikation umstellen lassen.

    Cardassia hat ja auf der Rechnung stehen dass es das falsche Öl ist, insofern kann Hyundai hier im Schadenfall die Garantie ablehnen und verweist auf die Haftung der Werkstatt. Das will man sich nicht antun.

    Da die Werkstatt auch Opel führt (Stellantis!), haben sie das falsche Öl erwischt. Auf einen Wechsel bestehen, ist ja kein Hexenwerk das Öl abzulassen und das passende einzufüllen. Zur Gewährleistung (welche die Werkstatt auf ausgeführte Arbeit geben muss!) gehört auch dazu fehlerhafte Arbeit zu korrigieren.

    Nicht umsonst sind Motoröle unterschiedlich additiviert und von den jeweiligen Automarken für unterschiedliche Motoren freigegeben.

    Die Additive haben in diesem Fall als Unterschied aber rein gar nichts mit der Schmierfähigkeit und Motorsicherheit zu tun, sondern sie reduzieren (nicht verhindern wohlgemerkt) die Verkokung der Ventile und sollen einer Steuerkettenlängung vorbeugen, dies aber auch nur über einen sehr sehr langen Zeitraum. Dies nur als Info von mir als langjährigen Schmierstoffdistributor für Sonderschmierstoffe... 😉 Additivierung ist immer in extrem geringen Mengen, insofern, wenn das Öl C 6 erfüllt, ist das kein Schaden. Da würde ich keinen Überaktionismus in Gang setzen.